MERCIFUL NUNS - Interview METEORA

Weitab von aller Weltlichkeit, scheinbar schwebend zwischen Himmel und Erde, erhebt sich in strenger musikalischer Askese, das mittlerweile 7. Album der MERCIFUL NUNS, METEORA.

MERCIFUL NUNS geho¨ren zu den wenigen Bands, die ihren ganz eigenen Stil pflegen und dabei auch noch richtig cool ru¨ber kommen. Selten habe ich ein derart stimmiges Gesamtkunstwerk aus Grafik&Coverartwork, Bu¨hnenbildern, Texten, Videos, Trailern und Bandfotos gesehen, wie das der MERCIFUL NUNS. "Post Goth?", antwortete Artaud auf die Frage, wie er denn den Sound der MERCIFUL NUNS bezeichnen wu¨rde. Und irgendwie mag ich ihm da recht geben! Das was Artaud Seth, Jawa und Jo´n Tmoh mit METEORA VII abliefern, ist schlichtweg ein herausragendes Werk, voller Post-Goth Hymnen, wie es derzeit wohl nur die MERCIFUL NUNS zu verbringen mo¨gen. Das durchga¨ngig hohe musikalischem Niveau, nie u¨berladen und immer auf den Punkt, entfu¨hrt uns zuru¨ck an jene mythischen Orte, durch die Artaud schon mit seiner ersten musikalischen Inkarnation GARDEN OF DELIGHT und deren Album NECROMANTEION IV einst wanderte: ins antike Griechenland und seine Go¨tterwelt.

METEORA (ancient Greek: “to elevate”)
“When fog envelopes the METEORA rock at dawn we can sometimes see the monasteries. They appear to be floating.” Artaud

Wenn man sich METEORA anhört wird schnell klar, das sich die konzeptionelle Ebene Artauds verändert hat. Surreale und fiktionale Events ersetzen die auf dem Vorgängeralbum vorherrschenden exoplanetarischen Themen. Wir bewegen uns in einem Seelenraum auf KARMA INN, begleiten ELEKTRA entlang der "Concubine Street", interpretieren Zeichen und Symbole auf der PHANTOM WALL, rasen mit Lichtgeschwindigkeit durch SPEED OF LIGHT und verlieren jegliche Bodenhaftung beim Erforschen seltsamer Orte in A PLACE BEYOND oder auf EULUSIAN GROUND.

The KARMA INN “…a cosmic hotel with 12 rooms at the event horizon between this world and the beyond. A place of transformation and the stomping ground of earthbound, corporeal and exoplanetary entities.” Artaud.

“For me the 33rd Degree represents a metaphor for perfection, alluding to Freemasonry as something that can be deemed god-like.” Artaud

METEORA stellt viele Fragen. Fragen, die wir Menschen uns immer wieder gestellt haben. Wer sind wir? Wohin gehen wir? Wer mag unser Schöpfer gewesen sein? Und noch mehr Grundlegendes, das uns in Ehrfurcht vor der Schönheit und Komplexität unseres Universums erstarren lässt. METEORA bietet Gedanken und Ideen an, ohne zu predigen, stellt Fragen und teilt Erkenntnisse, die jeden Hörer zu eigenen Schlussfolgerungen kommen lassen. Passender weise erinnert das ein wenig an Sokrates, dem griechischen Philosophen. Elektra, Triton, Hades, Eulusianischer Boden und morphogene Felder begleiten uns durch die antiken Mythologie hinauf zu Meteora, dem kontemplativem Ort, an dem wir Gott nahe sein wollen. Und ich bin mir sicher, das MERCIFUL NUNS dort ihr KARMA INN errichtet haben. Dort dürfen wir einfach innehalten und staunen über die Schönheit der Transformation.

Sarru Mass, Artaud! Was mich schon immer interessiert hat: In welcher Sprache begrüßt man sich mit „Sarru Mass“ und was heißt es genau? Artaud: So begrüßen wir uns innerhalb der Nunhood, eine Art Interessengesellschaft in der Welt der Merciful Nuns und dessen Inhalte. Das ist altsumerisch und bedeutet soviel wie "viel Glück auf Deinem Weg". Ursprünglich haben wir das nur innerhalb unserer Logen verwendet, mittlerweile begrüßt man mich sogar hier und da schon so auf der Straße. Was für mich als eher scheuer Mensch doch sehr befremdlich ist.

Was genau hat es mit den auf der ganzen Welt existierenden Lodges auf sich? Das erinnert doch stark an die Freimaurer-Logen – zu Recht? Wie ist es dazu gekommen? Artaud: Ich hatte schon immer eine Affinität zu den Geheimnishütern des Freimaurertums, bin aber selber nie ein Mitglied gewesen. Allerdings waren es Teile meiner Familie und ich selbst pflege einen intensiven Kontakt zu Führern der Schottischen Hochloge. Ich muss aber gestehen, das mir das Freimaurertum zu überaltert und männerdominiert ist, als das ich eine tatsächliche Faszination entwickeln könnte. Mich reizt eher der Ritus, der hinter den Freimaurern steckt und der Weg den es zu beschreiten gilt um "vollkommener" und "wissender" zu werden. Da gäbe es allerdings im Hinduismus oder fernöstlichen Gegenden noch weitreichendere Ansätze. Aber das nur nebenbei. Das Prinzip hinter den Logen ist, schlicht ein länderspezifisches Sprachrohr für die Merciful Nuns zu sein. 21 dieser Logen, in 21 Ländern gibt es zur Zeit. Das dürfte in der Form einzigartig sein. Zumindest für eine Post-Goth Band, wie wir es sind.

In diesem Zusammenhang: Was hat es mit der limitierten 33 Grade EP auf sich? Der 33. Grad ist doch ein von Freimaurern gebräuchlicher Begriff für Vollkommenheit. Richtig? Artaud: Ja, richtig. Erdacht wurde die EP als Anerkennung, Dank und Ehrerbietung für unsere Logen in aller Welt. Quasi eine EP exklusiv für den Inneren Zirkel sowie eine handvoll Auserwählter, so der Gedanke dahinter.

Viele Bands lassen drei oder mehr Jahre verstreichen, bevor sie ein neues Lebenszeichen von sich geben. Ihr veröffentlicht sieben Alben in vier Jahren. Was schafft Ihr das? Setzt Ihr Euch damit für zukünftige Alben nicht selbst unter Druck? Artaud: Nein, ich bin gerne kreativ! Und ich liebe gute sinistre Musik. Da aber anscheinend Keiner mehr im Stande ist regelmäßig derartige Alben abzuliefern, mache ich das halt selber. Die Stille ist nicht meins, was bleibt mir also anderes übrig?

Inwiefern habt Ihr Euch persönlich seit „Exosphere“ weiterentwickelt? Artaud: Musikalisch oder Inhaltlich?

Beides. Artaud: Auf Exosphere habe ich sehr viel mit sphärischen Synthesizern gearbeitet und versucht diese Sounds homogen in unser ganz eigenes Post Goth Schema einzufügen. Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Ich wollte zu der exoplanetarischen textlichen Ebene eben auch exoplanetarisch klingende Sounds nutzen. Die sind zwar auf Meteora auch drauf, aber reduzierter und nicht so vordergründig abgemischt, wie auf dem Vorgängeralbum. Auf der textlichen Ebene bin ich von der jenseitigen auf die irdische Ebene zurückgekehrt. Zumindest was die Sichtweise anbetrifft. War Exosphere ein nach "draußen" gerichteter Blick, so ist Meteora ein nach "innen" gerichteter.

Auf dem Vorgänger-Album lautete die Empfehlung, es jenseits der Exosphäre zu hören. Was ist die beste Situation, um Meteora zum ersten Mal zu hören? Artaud: In Meteora natürlich. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, was die Priester dort dazu sagen würden (lacht). Dort geht es doch eher ruhig und beschaulich zu. Übrigens ein schöner Ort. Falls jemand mal einen Tipp braucht, welchen Ort er in Griechenland besuchen sollte. Die schwebenden Klöster sind wirklich einzigartig.

Warum habt ihr “Meteora VII” als Albumtitel gewählt? Artaud: "Meteora" heißt aus dem altgriechischen übersetzt, "sich in die Höhe erheben." Man entschwebt allem Irdischen und vergeistlicht in einer jenseitigen Sphäre. Diese Metapher war die Grundlage des Albums und somit auch logischer und einzig möglicher Titel hierfür. Dazu kommt, das der Ort an sich auch wunderschön ist. Unser Video zu KARMA INN wurde dort produziert. Wir sind morgens in aller Frühe zum Dreh, um die nebelverhangene Atmosphäre einzufangen. Das war schon ein einzigartiges Erlebnis.

Ihr habt also quasi Euer Video an original Schauplätzen gedreht? Artaud: Die Außenaufnahmen und große Teile der Hotelszenerie stammen aus Meteora, richtig.

Welche Bedeutung haben die Metéora Klöster für dich und welchen Einfluss hatten sie auf den Entstehungsprozess des Albums? Welche Bedeutung hatte die griechische Mythologie dabei? Artaud: Sie bilden den Rahmen des Albums, wenn ich das mal so beschreiben darf. Die griechische Mythologie an sich, interessiert mich allerdings nicht primär. Was mich treibt ist der gemeinsame Nenner ALLER Mythologien, Religionen oder sonstigen Glaubensformen hier auf Erden und über sie hinaus zu finden. Warum glaubt der Mensch an von Menschen gemachten Geschichten so sehr, das am Ende daraus Religionen wurde? Wo sind Parallelen? Wo gibt es gemeinsame Ursprünge? Wo ist der Kern der Wahrheit! Und der sieht ganz anders aus, als man uns glauben machen möchte.

Hast Du für Dich selbst eigentlich schon Antworten diesbezüglich gefunden? Artaud: Auch wenn ich mich jetzt hier für den ein oder anderen entmystifiziere... nein, habe ich nicht. Ich versuche schlicht diesen Fragen mit Thesen zu begegnen. Das Wissen habe ich nicht, aber die Phantasie sie zu beantworten sehr wohl. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ich persönlich empfinde die einzelnen Tracks oftmals als surreale Entwürfe von Parallelwelten. Wie siehst Du das für dich? Artaud: Da ist schon was dran. Meine Songtexte entstehen oft aus einer Fragestellung heraus. Wie wäre es wenn es keinen Gott gäbe, sondern wir selber Götter sind? Oder woher kommen wir? Wohin gehen wir? Warum benutzen wir im besten Falle nur 2/3 unserer Gehirnmaße? Ist die Menschheit ein Experiment in des großen Baumeisters Labor? Was ist Raum? Was Zeit? Was ist Unendlichkeit? Und was kommt nach der Endlichkeit unserer Existenz? Diese Fragen treiben mich um und inspirieren mich.

Welches ist Dein persönlicher Lieblingssong auf „Meteora“? Und warum? Artaud: Schwer zu sagen. KARMA INN scheint sich gerade mal wieder ins Licht meiner Präferenz zu rücken. Der Song hat sich schon in der Entstehungsphase sehr gut angefühlt. KARMA INN ist einer dieser Songs, die es schaffen, sich immer wieder neu und unverbraucht anzufühlen.

Ich persönlich kann mich momentan nicht wirklich entscheiden: „Phantom Wall“ finde ich sehr gut, aber auch das sehr düster-atmosphärische „A Place Beyond“. Könnt ihr mir bitte zu letzterem auch noch ein wenig mehr erzählen? Artaud: Auch eine gute Wahl. PHANTOM WALL war einer der ersten Songs, die wir für das Album geschrieben haben. Ich finde der Song hat einen phantastischen Drive. Jawas pulsierende Basslinie gibt dem Song eine ganz besondere magische Kraft. Etwas, was nicht von dieser Welt scheint. Letzteres gilt im ganz besonderen Maße auch für A PLACE BEYOND. Dieser Song ist für mich das Bindeglied zwischen der exoplantetarischen Welt des Vorgänger-Albums und der jenseitigen Odyssee durch antike griechische Mythen auf "Meteora VII".

Wo ist das Video zu „Phantom Wall“ entstanden? Ich habe zuerst auf Berlin getippt, war mir aber nicht sicher. Wer hat das Video gedreht? Artaud: PHANTOM WALL haben wir in einer alten verlassenen Mühle südlich von Berlin gedreht, sowie in einem der stillgelegten U-Bahnhof in der Nähe des Potsdamer Platzes. Wir, das sind eine kleine Künstlergemeinschaft, die sich gegenseitig hilft. Große Videoproduktionen sind in der heutigen Zeit nicht mehr machbar. Wir versuchen dem mit viel Kreativität und einem gewissen Maß an pragmatischer Reduktion zu begegnen.

„Elektra“ ist ein guter, tanzbarer Einstieg in das Album. Bitte einige Details von der Entstehungsgeschichte! Inwiefern – wenn überhaupt – spielt die Elektra der griechischen Mythologie dabei eine Rolle? Artaud: Die mythologische Figur Elektra spielt nur als Namensgeber eine Rolle. Sie reflektiert die Anmut und Schönheit einer Edelhure in Hongkong, die in der "Concubine Street" ihren Lebensunterhalt bestreiten muss. Dort wird sie zum Star der lokalen Upperclass-Gesellschaft, von den Männer geliebt, von den Frauen gehasst.

Beeinflusst eure Umgebung eure Musik? Artaud: Meinst Du ob es zum Beispiel eine Elektra in meiner wirklichen Leben gibt oder gab? Nein. Alle meine Texte sind fiktiv und fern von jeglicher Beeinflussung durch alltägliche Dinge. Alleine mein Interesse an etwas, fließt in meine Texte. Wirklich erlebtes dann doch eher selten.

Was können wir aus der griechischen Mythologie für den heutigen Alltag lernen? Artaud: Demokratie! Das was wir in der westlichen Hemisphäre heute so bezeichnen, ist doch eher ein Diktat der Marktwirtschaft unter dem Deckmantel demokratischer Grundprinzipien.

Philosophie, Mystik und Mythologie sind zentrale Punkte in deinem klingenden Lebenswerk. Was macht für dich die Faszination dieser „großen“ Themen aus? Artaud: Ich möchte schlicht wissen warum wir hier sind, woher wir stammen und wohin wir gehen. Und ich gebe mich absolut nicht mit den gängigen religiös geprägten Erklärungsansätzen zufrieden. Die sind viel zu einfach, naiv und definitiv vom Menschen selbst erdacht. Oder anders gesagt: sie sind obsolet! Ein neugieriger Mensch erkennt das sehr schnell und sucht nach Wahrheit. Das ist kein exklusives Streben meiner selbst. Das ist ein kollektives Bedürfnis!

Wo verläuft für dich die Grenze zwischen Philosophie und „heißer Luft“? Artaud: Das liegt naturgemäß eng beieinander. Immer da wo Unwissenheit herrscht, befindet sich auch viel Raum für Spekulation.

Du greifst das Universum und die Gestirne thematisch immer wieder auf. Interessieren dich Horoskope? Liest Du sie vielleicht sogar, wenn du zum Beispiel im Wartezimmer beim Arzt sitzt? Artaud: (lacht) Da ich nie richtig krank bin, sitze ich auch nicht in irgendwelchen Wartezimmern. Und wenn, dann würde ich ganz sicher keine Horoskope lesen.

Gibt es auch manchmal einen Tag oder gar mehrere Tage am Stück, in denen Du, Artaud, Dich nicht mit Deiner Kunst, mit neuen Lied- oder Text- oder Konzeptideen beschäftigst? Wenn ja, was sind das für Tage: eher welche, an denen Du Dich gut fühlst oder eher welche, an denen es Dir vielleicht eher schlecht geht? Was tust Du an solchen „kunstfreien“ Tagen? Artaud: Solche Tage gibt es eigentlich nicht. Auch unterteile ich mein Leben nicht in Kategorien wie Freizeit oder Arbeit. Ich habe den Luxus und die Freiheit mir meine Zeit nicht aufteilen zu müssen. Das ist ein großes Privileg, was mir dem Raum zur kompletten Entfaltung meiner selbst lässt. Und es ermöglicht mir und Jawa ausgiebig zu Reisen, was ich sehr genieße. Letztendlich führen diese Reisen dann wieder zu Inspirationen und neuen Ideen. Diese werden dann ausgearbeitet und münden in neuen Songs. Anschließend, zwischendurch und vorab erledige ich dann die Labelarbeit. Alles was ich tue hängt somit irgendwie mit Musik zusammen. Ein klassisches Privatleben gibt es nicht.

Was ist mit Familie und Freundschaften? Gibt es so was im Leben von Artaud Seth? Artaud: Nicht wirklich. Ein großer Familienmensch war ich noch nie. Und auch richtige Freunde habe ich kaum bis keine. Jetzt fragst Du mich bestimmt ob ich das nicht vermisse? Nein. Ich komme ganz gut mit einem reduzierten Familienleben aus.

Die musikalischen Bezüge Eurer Band sind offensichtlich. Siehst du selbst dich als Traditionalist oder Entwickler des „klassischen“ Gothic-Rock? Warum? Artaud: Eher als Architekt meines ganz eigenen Post-Goth Universum.

Vom Einheitsschwarz und Trockeneis-Nebel der Anfangstage bis zum schwarz-bunten Fantasy-Karneval heutiger Festivals. Wie beurteilst du die Entwicklung der „schwarzen“ Szene seit dem Ende der 80er? Artaud: Das Ganze nervt mich eher. Wir wollten damals einer bunten, lauten und oberflächlichen "Spaßgesellschaft" entfliehen. Exakt das, wie seltsam und ironisch das klingen mag, bildet heute das Grundgerüst der Szene. Aber was soll es: die Grünen von heute verkaufen ja auch Waffen nach Saudi Arabien. Anscheinend muss es so sein, dass das was eine Gruppierung am meisten hast, irgendwann zur Geliebten wird.

Stören Dich die Vergleiche mit/Hinweise auf Garden Of Delight? Artaud: Ja. GOD waren viel erdiger und rockiger und im Vergleich zu den Nonnen nicht sonderlich innovativ. Was nicht heißen soll, das wir damals nicht wirklich gute Songs geschrieben haben. Aber jetzt ist es stimmiger, einzigartiger und für mich auch deutlich interessanter.

Nach dem Ende von G.O.D. habt ihr innerhalb kürzester Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad und sehr viele - auch neue - Fans bekommen. Worauf führt ihr das zurück? Gute Promotion der Lodges? Gut ausgewählte Auftritte mit befreundeten Bands? Artaud: Befreundete Bands gibt es eigentlich kaum. Ich muss gestehen, das mich die Oberflächlichkeit der meisten Musiker, die einem so begegnen, eher stört. Dem entziehe ich mich meistens. Das gilt natürlich nicht für alle Musiker, aber für den weitaus größten Teil. Insofern fällt die Frage nach gemeinsamen Auftritten mit "befreundeten Bands" eher weg. Ich denke, der Kern des Erfolges, wenn man ihn den so titulieren mag, liegt an der hohen Qualität, die wir anbieten, dem tiefgreifenden Konzept welches hinter den Nonnen steckt, als auch zu ganz wesentlichen Teilen an der komplexen Logenarbeit. Sie sind Dreh und Angelpunkt für die Außendarstellung der Merciful Nuns.

Was habt Ihr für Zukunftspläne mit den Nuns? Artaud: In den kommenden Monaten werde ich mich verstärkt um unser Label Solar Lodge kümmern. Wir haben gerade zwei Kooperations-Deals mit einem Label in den USA sowie in Mexiko unterschrieben und hoffen so im US Markt sowie dem Latein Amerikanischen Sektor besser aufgestellt zu sein. Außerdem spielen wir Konzerte in Mexiko, Brasilien und Europa. Dazu noch eine Reihe von Festivals im Sommer.

Inwiefern unterscheidet sich das Publikum in den einzelnen Ländern? Artaud: Ich muss ehrlich gestehen, das ich das gar nicht so richtig mitbekomme. Zumindest nicht, wenn ich auf der Bühne stehe. Die Süd- und Osteuropäer sowie auch das Lateinamerikanische Publikum scheinen mir aber etwas aufgeschlossener zu sein, als der Mittel- oder Nordeuropäer. Aber ich glaube, das ist nur ein subjektives Empfinden.

Vielen Dank für dieses Interview! Artaud: Ich danke Dir.



 

not available