MERCIFUL NUNS - Interview HYPOGEUM

Interview by Thomas Thyssen

Am Anfang stand die Zukunft“

Das HYPOGEUM, ein versunkener Tempel, zugleich reeller Ort sowie Synonym für eine untergegangene Frühkultur des Neolithikums. Artaud Seth, Jawa und Jón führen uns hinab zu diesem Ort der Kontemplation und Imagination. Am Anfang stand die Zukunft! Kann es nicht sein, das eine hochgebildete Rasse von Menschen der Auslöser für unsere erste Zivilisation auf Erden war? Vorzeitliche Astronauten kommend vom Planeten X? Die so genannten “Wächter“ aus der Bibel oder die Annukaki aus sumerischen und ägyptischen Überlieferungen? Vielleicht sind diese megalithischen Tempel der Schlüssel zu den Antworten auf diese Fragen. Hört Euch das Album an und lasst uns die selben Lehrer teilen.

Anfang des Jahres veröffentlichten Merciful Nuns ihr zweites Album "Hypogeum II". Wie zufrieden bist Du mit diesem Album? Artaud: Ich bin sehr zufrieden mit dem Album und der durchweg positiven Reaktion die dieses außergewöhnliche Werk ausgelöst hat. Das Debüt Album Lib.I entstand aus einer Laune heraus Musik machen zu wollen, wie ich sie selber seit bald 20 Jahren nicht mehr gehört hatte. Eine Reminiszenz an eine Zeit, in der ich meine musikalische Passion gefunden hatte. Da der Eigenständigkeitsfaktor bei derartiger Herangehensweise naturgemäß nicht sehr hoch war, musste sich das Nachfolgewerk musikalisch weiterentwickeln. Aber wie entwickelt man etwas weiter, was Generationen von Goth heads sowieso schon als perfekt, ja fast schon als Dogma ansahen. Hier einen Weg zu finden war nicht ganz einfach, dachte ich. War es dann aber doch. Auch wenn das hier etwas arrogant klingen mag, ich habe mich schlicht auf mich selbst konzentriert und pur das rausgelassen, was ich im Lichte des Debüt Albums Lib.I und meiner Zeitreise an den Anfang meiner musikalischen Laufbahn gefühlt habe. So entstand Hypogeum II.

Was bedeutet der Titel bzw. was ist das "Hypogeum" eigentlich? Artaud: Das Hypogeum ist ein unterirdischer Tempel, den man in verschiedenen älteren Kulturen finden kann.

Die Musik, als auch die komplette „Aura“ der Merciful Nuns, scheinen sehr stark beeinflusst von Thelema, Magie, Aleister Crowley, Okkultismus und von der Freimaurerei. Sogar Eure „Fanclubs“ werden als Logen bezeichnet und Eure Fans nennen sich die „Nunhood (Schwesternschaft). Warum ist das so? Und daraus resultierend: bist Du ein aktiver Okkultist? Artaud: Offensichtlich faszinieren mich derartige Themen. Aber ein Okkultist bin ich ganz sicher nicht. Das Ziel der NUNHOOD ist es Euch da draußen zu vereinigen. Dazu werden wir mehr und mehr Logen in Goth-Related Ländern gründen. Mit diesen Logen halte ich engen Kontakt und werde regelmäßig in den jeweiligen Ländern irgendwas Besonderes machen. Das kann, wie hier gerade geschehen, ein exklusives Interview, ein exklusives Konzert oder sogar ein Treffen mit uns sein. Demnächst, sobald ich etwas Zeit finde, wird unter www.grandlodge.de eine virtuelle Bibliothek eröffnet werden. In der möchte ich einen Einblick in die thematische Welt hinter meinen Texten bieten. Nur Mitglieder der NUNHOOD werden dazu eingeladen die www.grandlodge.de zu betreten. Sie werden quasi zu Eingeweihten, wenn sie das wollen. Nun zu Deiner Frage ob das Ganze was mit der Freimaurerei zu tun hat. Das hat es sehr wohl. Nur möchte ich das hier nicht allzu sehr überhöhen. An der Freimaurerei interessiert mich primär ihre visuelle und verschlüsselnde Art. Mehr nicht.

Es scheint so, als wären Merciful Nuns eine Fortsetzung der ersten Dekade Deiner Vorgängerband Garden Of Delight, in der Babylonisch-Sumerische Thematiken spirituell behandelt wurden. Ist dem so? Artaud: Das war schon immer ein Teil meiner Selbst und hat nichts mit irgendeiner Inkarnation oder Transformation in eine meiner musikalischen Projekte zu tun.

Woher kommt eigentlich das tiefe Interesse an der Erforschung uralter Kulturen und im speziellen, den Feldern des Okkulten? Artaud: Meine Leidenschaft an spirituellen Themen und Religiosität in jeglicher Form begründet sich auf eine einfache Frage: woher kommen wir? Beschäftigt sich man mit dieser Frage tiefer und löst sich von der Vorstellung das hier auf Erden sei alles Zufall, stellt man unweigerlich fest, dass fast alle Religionen und Glaubensformen einen gemeinsamen Nenner haben. Diese Gemeinsamkeit nenne ich den Ur-Mythos, der erste und einzig unverfälschte Glauben, basierend auf zeitnahem Wissen. Die Parallelen der verschiedensten Frühvölkern wie die der Sumerer, Ägypter, des Neolithiums oder der Mayas sind derart überzeugend und eindeutig, dass ich mich über die Engstirnigkeit lokaler Religiosität nur noch wundern kann. Okkultismus spielt für mich keine Rolle, da der Okkultismus nur im Schatten des christlichen Glaubens lebt. Er ist quasi nur eine Interpretation des Bösen im christlichen Sinne. Da ich das Christentum für mich als Weltentheorie ablehne, kann ich auch nicht an deren Interpretation des Bösen glauben. Die meisten Weltreligionen basieren auf der Interpretation des Wortes das geschrieben steht. Hier liegt der kardinale Fehler! Die Interpretation ist von Menschen für Menschen gemacht. Sie soll möglichst unkomplex und leicht verständlich auf der einen Seite, sowie einschüchternd und machterhaltend auf der anderen Seite sein. Der Ur-Mythos ist aber komplex und für uns Menschen eben schwer verständlich. Ich setze dem lieber der Wahrheit näher kommenden Theorien entgegen. Theorien, Überlieferungen und Legenden die aus einer Zeit vor unserer Zeit stammen und als Parallelen in den meisten Urvölkern vorkommen. Kann es beispielsweise nicht sein, das Gott ein Prä-Astronaut war? Ein Reisender, ein Missionar, ein Mensch der uns nur weit voraus war? In fast sämtlichen religiösen und kulturellen Überlieferungen gibt es eindeutige Beweise dafür, das diese von menschenähnlichen „Lehrern“ oder „Göttern“ besucht wurden. Wie gesagt, eine Theorie. Aber glaubt hier Jemand ernsthaft daran, das wir in den unendlichen Weiten des Kosmos wirklich alleine sind?

Im Zusammenhang mit den Mythen der Annunaki - den legendären Bewohner des Planeten Nibriu, die unsere Erde vor Jahrtausenden besucht haben sollen und angeblich 2012 vor der Wiederkehr stehen – glaubst Du an diese Wiederkehr? 2012 steht auch für mehrere Weltuntergangsszenarien ausgehend vom bald endenden Mayakalender. Könnte da was dran sein? Artaud: Nein. Obwohl ein leichtgläubiger Mensch Aufgrund der aktuellen Geschehnisse sicher beunruhigt sein mag. Es stimmt, das in sumerischen Überlieferungen die Umlaufbahn von Nibriu und der Erde sich bald wieder kreuzen oder zumindest nahe kommen müssten. Und es stimmt auch, das die Häufigkeit und Intensität von Erdbeben – wie von den Mayas prophezeit – zuletzt drastisch zunahm. Aber gerade in das angeblichen Ende des Mayakalenders wird mir zuviel hineininterpretiert. Nun hat man für sämtliche Weltuntergangsszenarios ein konkretes und eben nicht mehr vages Datum. Und plötzlich sollen nun alle Weltuntergänge exakt an diesem Datum stattfinden. Ich halte davon gar nichts. Die Schnittpunkte der beiden Mayakalender – einem Rituellen und dem einer langen Zählung, ähnlich unserem Julianischen Kalender - enden alle 52 Jahre. Nach der Vorstellung der Mayas ging somit alle 52 Jahre die Welt unter. Sämtliche Tempelaufbauten wurden Zerstört und einen Tag später, als man bemerkte, das die Welt doch noch stand, wieder aufgebaut. Es lag schlicht in der Natur der Mayas den Weltuntergang zu zelebrieren um anschließend einen neuen Zyklus zu beginnen. Es ist allerdings richtig, das am 21.12.2012 zusätzlich auch deren „langer“ bzw. die Kombination aus „langem“ und „Rituellem“ Kalender nach 26.000 Jahren erstmalig wieder bei Null anfängt. Und es ist auch wahr, das an diesem Tag ebenfalls nach 26.000 Jahren die Sonne wieder im Zentrum unserer Milchstrasse steht. Aus astrologischer Sicht sicher ein interessanter Tag, aber sicher keiner, an dem die Welt untergeht.

Werden nächstes Jahr die Götter zurückkehren? Wie könnte das aussehen? Siehst Du irgendwelche Zusammenhänge mit den schweren Erdbeben der letzten Monate z.B. in Japan? Artaud: Wie gerade erwähnte, glaube ich nicht an ein solches Szenario. Auch wenn sich im Mayaglaube das Ende der Welt mit großen Erdbeben ankündigt, sehe ich die aktuellen schweren Erdbeben in Haiti, Birma oder Japan als zufällig an. Die Wiederkehr der Annunaki in der Kosmologie der Sumerer würde ich ebenfalls keinem Datum zuordnen wollen. Geht man vom sumerischen Schöpfungsjahr 3117 v. Ch. aus, dem Jahr der Ankunft der großen Alten, den sogenannten Annunaki, so wäre Nibiru frühestens in 700 Jahren wieder Erdnah. Diese Theorie passt also auch nicht.

Die Zahl “8” scheint eine zentrale Rolle in der musikalischen Welt der Nuns zu spielen: es befinden sich 8 Songs auf jedem Album und in der Sumerischen Kosmologie wird der Planet Nibiru als achter Planet bezeichnet. Steckt dahinter eine spezielle Bedeutung? Artaud: Eigentlich sind es 12 Planeten die in der sumerischen Kosmologie auftauchen. Entsprechend befinden sich 8 Songs auf jedem Album, sowie 4 auf der meist zeitnah erscheinenden EP. Und es stimmt, das es insgesamt 8 Alben sowie 8 EPs geben wird. Allerdings sind die nicht auf den Julianischen Kalender ausgelegt, sondern frei von jeglichen Zeitzwängen zu sehen.

Welche Bücher würdest Du über die “Ancient Astronauts” Theorie empfehlen? Jenseits von Däniken, der sicher eher ein Hochstapler ist! Artaud: Däniken ist sicher kein Hochstapler. Er entwickelt aus einer ähnlichen Fragestellung heraus wie ich sie betreibe, eigene und sicher oft sehr revolutionäre Theorien. Manche seiner Ansätze finde ich aber gar nicht so schlecht, andere halte ich auch für völlig abstrus. Das gilt aber eigentlich für alles, was man über diese Thematik findet. Ein spezielles Buch kann und möchte ich hier nicht empfehlen, da viele zwar über eine guten Ansatz wie z.B. Robert Charrouxs „Phantastische Vergangenheit“ oder Mel Sangers "2012 – The Year Of Project Enoch" verfügen, aber dann irgendwann in völlig überzogenen UFO Theorien oder pseudoamerikanischen N.W.O. Weltherrschaftsansprüchen münden.

Was denkst Du über Zecharia Sitchins Bücher? Haben diese Dich beeinflußt? Artaud: Auch er hat ein paar sehr gute Ansätze. „Der kosmische Code“ und „der 12. Planet“ sind wirklich interessante Bücher, die ich in großen Teilen für Bahnbrechend halte.

Bist Du ein praktizierender Thelemit? Praktizierst Du Magie? Artaud: Nein. Mein persönliches Interesse an sämtlichen Crowley Thematiken liegt und lag ausschließlich darin begründet, das der Mann an sich immer schon ein sehr großes Interesse in mir hervorgerufen hat.

Ich weiß, das Du Bücher sammelst. Was ist Dein Lieblingsbuch? Welches beeinflusste Dich am meisten? War es schwer zu finden? Und besitzt Du Bücher die mehr als 100 Jahre alt sind? Artaud: Ich besitze ein paar Bücher die recht alt sind. Aber eigentlich spielt das keine Rolle. Es kommt auf den Inhalt an. Und den hole ich mir mehr und mehr auch aus dem WorldWideWeb. Obwohl ich die haptische Ästetik eines Buches schon zu schätzten weiss.

Was bedeutet “Gothic” für Dich? Artaud: Wenn Du die musikalisch-kulturellen Wurzeln des Goths meinst, dann bedeutet mir das sehr viel. Wenn ich dann aber sehe, was daraus in den letzten Jahren gemacht wurde, dann hat das nichts mehr mit dem zu tun, was mich damals fasziniert hat. Insofern habe ich mich schon lange von der Szene verabschiedet. Die Bands die heute für Goth stehen mag ich alle nicht. Schlimmer noch, ich finde die meisten davon sogar peinlich. Das ist mir schlicht zu bunt und oft auch viel zu oberflächlich. Vielleicht habe ich auch gerade deshalb derartige Alben geschrieben um mir selbst ein verloren geglaubtes Gefühl zurückzugeben. Ein Gefühl des Aufbruchs, ein neu Erleben unerforschter, spiritueller und musikalischer Ebenen. Konserviert und transformiert aus einer Zeit vor der Zeit, als Goth noch gar nicht wirklich definiert, sondern eine Gesinnung war.

Was empfindest Du wenn Bands wie Evanescence, Him & Marilyn Manson von Teilen der Presse und auch vielen jüngeren Fans als “Goth” Bands betrachtet werden? Artaud: Ich habe kein Problem damit. Das ist mir egal.

Die deutsche Goth-Rock Szene der 90er war sehr Erfolgreich. Bands wie Love like Blood, The Merry Thoughts, Still Patient, the House of Usher, Dreadful Shadows, Age of Heaven, Dronning Maud Land, Into the Abyss, Secret Discovery und natürlich die gloriousen G.O.D. waren damals sehr bekannt. Die meisten jener Bands gibt es ja leider nicht mehr. Was denkst Du über den Niedergang der deutschen Goth-Rock Szene? Artaud: Die meisten dieser Bands konnte man doch nicht wirklich ernst nehmen. Richtig cool von denen waren doch nur die Merry Thoughts. Leider ist und war Marvin äußerst unproduktiv. Und ich habe Zweifel, ob sich das noch mal ändert.

Gibt es heutzutage Bands die einen ähnlichen Sound wie die Nuns machen? Artaud: Ich befürchte nicht.

Glaubst Du das Goth-Rock noch mal so erfolgreich werden kann wie früher? Artaud: Ob Band wie wir heute so erfolgreich sein könnten wie Goth Bands in den 80ern? Nein. Wenn Du meinst ob FOTN oder die SISTERS heute noch mal so viel verkaufen würden wie damals... auch nein. Echter Goth kann heutzutage kein großes Ding mehr sein, da die meisten da Draußen lieber simple Pop- oder Partyorientierte Musik hören wollen. Wir sind unzeitgemäße Heretics, wir sind die Andersdenkenden!

Gibt es Pläne noch mehr Joy Division Cover Songs aufzunehmen? Artaud: Glaube ich nicht. THE ETERNAL zu covern lag wirklich nahe: ich mag diese tiefe, dunkle Atmosphäre des Originals und kaum ein Songs passt besser zum Sound der Nuns als dieser.

Was hören die Seths in diesen Tagen? Wäre schön zu wissen, welche Alben sich in Euren CD Playern befinden. Artaud: Ich höre tatsächlich gerne mein eigenes Zeugs. Jawa steht aktuell mal wieder verstärkt auf The Wake. Auch eine Band die komplett unterschätzt wurde. Die waren richtig gut! Und sicher besser als 90% von dem, was aus Deutschland oder England zu der Zeit kam. Gerade die Briten halten ihre Goth Szene ja für das einzig Wahre. Das einzig Wahre hinter dieser Wahrheit ist leider, dass kaum eine Band der sogenannten 2. Welle über einen lokale Bekanntheitsgrad hinaus kam. Schlimmer noch, keine einzige dieser Bands hätte bei uns damals (Dion Fortune Records) einen Vertrag bekommen, da sie nahezu keine Verkaufszahlen generierten. GOD, Merry Thoughts und später auch Diary Of Dreams hatten damals 5stellige Absatzzahlen und verkauften weltweit. Die Briten verkauften hingegen ausschließlich auf ihrer Insel der Gothseeligen, hielten sich aber für die Größten. Diese Arroganz hat mich immer schon geärgert.

Würdest Du gerne mal einen Soundtrack für einen Film komponieren? Artaud: Wir haben vor ein paar Jahren einen Song zum Saw 2 Soundtrack beigesteuert: Lux Occulta. Einen kompletten Soundtrack zu schreiben könnte ich mir tatsächlich sehr gut vorstellen.

Wie wichtig ist es für Dich Teil einer Band zu sein? Artaud: Sehr wichtig. Es ist zwar richtig, das ich die meisten Instrumente im Studio selber einspiele. Aber gerade das filigrane Gitarrenspiel von Jón veredelt den Song dann oft erst zur Gänze. Einige der besten Tracks wie z.B. Sanctuary, Body Of Light oder auch The Eclipse entstanden in enger Zusammenarbeit mit ihm. Es ist mir zwar durchaus klar, dass der Fokus hauptsächlich auf mir liegt, doch wird das Jón und Jawa absolut nicht gerecht. Immerhin spielen wir drei seit bald 8 bzw. 6 Jahren in den selben Bands.

Wie kam es eigentlich dazu eine Tour mit WHISPERS IN THE SHADOW und VENDEMMIAN zu machen? Das ist wirklich ein tolles Line Up! War es Deine Idee? Artaud: Die Idee hatte Ashley (Sänger Whispers In The Shadow), den ich schon sehr lange kenne und schätze. Gerade seine letzten beiden Alben halte ich thematisch für mit das Ausgereiftste was in den letzten Jahren veröffentlicht wurde. Er hat auch den Kontakt zu den Vendemmians hergestellt.

Ausser den WHISPERS IN THE SHADOW und den MERCIFUL NUNS gibt es wohl kaum eine andere Band in diesen Tagen, die sich mit okkulten Themen und/oder Präastronautik auseinandersetzen (okay, da sind natürlich noch die Nephs). Warum behandelst Du diese Themen in erster Linie? Artaud: Meine immerwährende Suche nach der Wahrheit im Nebel der religiösen Verfälschung. Das trifft es wohl am besten.

Welche Songs werden wir im April erwarten können? Artaud: Soll ich jetzt hier die Setlisten veröffentlichen (laughs)? Lasst Euch überraschen!

Werden wir unerwartete Überraschungen erleben? Alte GOD Klassiker die ihr seit 10 Jahren nicht mehr gespielt habt? Artaud: Das ist doch genau einer der Gründe warum ich GOD aufgelöst habe! Wir konnten am Ende, nach so vielen Alben und Songs, kaum noch ansprechende Setlisten spielen. Jeder erwartete seine Favoriten, vermeintliche Singlehits oder Klassiker. Da blieb überhaupt keine Luft für Neues mehr. Es kann natürlich immer mal wieder ein GOD Klassiker in der Setlist auftauchen, aber der Fokus liegt ganz klar auf den Merciful Nuns Songs.

Lass uns ein Jahr zurück gehen. Wie fühlte es sich an zusammen mit den großen Fields of the Nephilim ein Konzert zu spielen? Artaud: Frag Carl wie es war mit den Nuns zusammen aufzutreten, ist die einzige Antwort die ich Dir geben kann.

Welcher Eurer Gigs war der, der Euch immer in Erinnerung bleiben wird. Und warum war er etwas besonderes? Artaud: Sämtliche Nuns Gigs bisher haben durch ihren missionarischen Charakter für mich einen sehr hohen Stellenwert. Dieses Gefühl lässt alles im neuen Licht erscheinen und trägt mich auf meinem Kreuzzug als Bote für tiefgründige Miusik durch die Welt. Mit GOD hatten wir naturgemäß eine ganze Reihe von guten Gigs. Allen voran sicher unser Abschiedskonzert Anno 2008 in Berlin.

Was bedeutet das Paradies für Dich? Artaud: Jeder Ort an dem ich mich wohl fühle kann ein Paradies sein. Auch wenn meine Texte sich oft um Jenseitige Themen drehen, bin ich noch sehend genug um das Schöne im Diesseits zu erkennen. In diesem Sinne danke ich der Nunhood für dieses Interview.

Ia sarru mass,
Artaud

Interview by Thomas Thyssen


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